Bonn

   Vorstellung
 

Sie sind hier: Wunderschönes Deutschland > Städte und Gemeinden > Nordrhein-Westfalen > Bonn > Vorstellung

Anfahrt

Verwaltung

Vorstellung

Bilder

Unterkünfte

Gastronomie

Beauty und Wellness

Fitness

Reisen und Verkehr

Rund ums Auto

Vereine und Gruppen

Veranstaltungen




Bonn in Zahlen

Das Stadtgebiet:
Gesamtfläche 141,2 Quadratkilometer. Bebaute Fläche: 46,9 Quadratkilometer, also ein Drittel des Stadtgebietes (33,2 %). Wald dehnt sich auf 39,5 Quadratkilometern aus.

Die höchsten Bauwerke:
Funkmast auf dem Venusberg (180 m), Post-Tower (162,5 m), UN Campus (ehemaliges Abgeordneten-Hochhaus „Langer Eugen“) (117 m), Schornsteine der Heizkraftwerke Süd- und Karlstraße (98,8; 99,5 m) und der Müllverwertungsanlage (98 m), Vierungsturm der Münsterkirche (86,6 m), Stadthaus (72,1 m).

Bevölkerungsstruktur:
Am 1. Januar 2013: 319.606 Einwohner, davon männlich: 153.674, weiblich: 165.932. Unter den deutschen Städten nimmt Bonn damit Rang 19 ein. In Bonn wohnen 81.568 Personen mit Migrationshintergrund aus 178 Staaten der Erde, davon sind 42.334 (13 %) Ausländer.
An erster Stelle unter den Zuwanderern stehen die Bürger aus der Türkei (10,4 %), es folgen Zuwanderer aus Polen (8,9 %) und Marokko (6,8 %). 38,3 % der Bonner Bevölkerung sind katholisch, 21,7 % evangelisch, 39,5 % gehören einer sonstigen (darunter 8,7 % Muslime) oder keiner Glaubensgemeinschaft an.

Arbeitsplatz Bonn (Stand 31.03.2012):
158.680 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Bonn hat durch den positiven Wachstumstrend einen neuen Höchststand bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erreicht. Gegenüber dem Jahr des Bonn/Berlin-Umzugsbeschlusses im Jahr 1991 mit 134.199 Beschäftigten hat deren Zahl somit um ca. 24.400 (+18 %) zugenommen. Im Bonn/Berlin-Umzugsjahr 1999 wurden 148.130 Beschäftigte registriert.
Betriebe (gemäß Unternehmensregister 2010): 16.132
Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor 2011 (zum 30.6.2011): 91 %
Bonner UNO-Beschäftigte: rund 1.000

Rat der Stadt Bonn:
80 Mitglieder (27 CDU, 19 SPD, 15 Bündnis90/DIE GRÜNEN, 10 FDP, 3 Bürgerbund Bonn, 3 ‚Die Linke’, 2 Bündnis für Frieden und Fairness, 1 ‚ProNRW’)

Oberbürgermeister: Jürgen Nimptsch, SPD

Finanzen: Gesamtbetrag des Doppel-Haushaltsplanes 2012/13: je ca. 1,1 Milliarden Euro


Bonn: Das neue Profil

ib – Der 20. Juni 1991 war für Bonn der Beginn einer großen Herausforderung: An diesem Tag beschloss der Deutsche Bundestag mit knapper Mehrheit, seinen Sitz und den Kernbereich der Regierungsfunktionen nach Berlin zu verlagern. Seine Umsetzung fand der Beschluss im Berlin-Bonn-Gesetz von 1994, das die faire Arbeitsteilung zwischen den beiden Städten fixierte und fünf Politikbereiche für Bonn festschrieb. Eine Ausgleichsvereinbarung sicherte der Stadt und der Region 1,43 Milliarden Euro zu, um den Strukturwandel bewältigen zu können.

Auf der Basis dieses soliden Fundaments hat sich das, was Anfang der 90er Jahre eine Vision war, als Bonns neues Profil inzwischen bewährt.


Bundesstadt

Sechs der 15 Bundesministerien haben ihren ersten Dienstsitz am Rhein. Sie entsprechen den im Berlin-Bonn-Gesetz festgelegten Politikbereichen: Bildung und Wissenschaft, Kultur, Forschung und Technologie, Telekommunikation; Umwelt und Gesundheit; Ernährung, Landwirtschaft und Forsten; Entwicklungspolitik; Verteidigung. Über 20 Bundesbehörden, darunter das Bundeskartellamt und der Bundesrechnungshof, sind aus Berlin und Frankfurt nach Bonn gezogen und haben damit zum Teil den Verlust an ministeriellen Arbeitsplätzen ausgeglichen. Damit ist Bonn zweites politisches Zentrum in der stark föderal ausgeprägten Bundesrepublik, was durch den aus der Schweiz übernommenen Begriff Bundesstadt zum Ausdruck kommt.

Internationales Bonn / UNO-Stadt

Der Gedanke, Bonn zum Zentrum für internationale Zusammenarbeit auszubauen, ist schon im Bundestagsbeschluss von 1991 vorhanden. Zahlreiche international arbeitende Organisationen konnten seitdem in die Stadt geholt werden, die gemeinsam mit rund 150 Nichtregierungsorganisationen ein starkes Netzwerk bilden. Der sicher größte Erfolg auf internationalem Gebiet ist die Ansiedlung von inzwischen 18 Einrichtungen der Vereinten Nationen, darunter das Welt-Klimasekretariat (UNFCCC). Schwerpunkt der internationalen Aktivitäten sind die Entwicklungszusammenarbeit, Umweltfragen und Katastrophenvorsorge. Das gemeinsame Motto heißt „UNO in Bonn – für nachhaltige Entwicklung weltweit“.
Kern des internationalen Bonn ist seit Sommer 2006 der UN Campus neben dem World Conference Center Bonn, das um eine weitere große Tagungshalle ergänzt wird. In das ehemalige Abgeordnetenhochhaus sind UNO-Einrichtungen eingezogen.
Schon in den vergangenen Jahren konnte Bonn immer wieder zeigen, dass es als Kongressort auch für große Tagungen geeignet ist. Beispiele sind zwei Weltklimagipfel, die Süßwasserkonferenz, die Afghanistan-Konferenzen, die Konferenz für erneuerbare Energien und 2008 die UNO-Vertragsstaatenkonferenz für biologische Artenvielfalt. Seit 2003 die Deutsche Welle nach Bonn gezogen ist, wird das internationale Bild Bonns auch über den Äther weltweit verbreitet.


Wissenschaftsregion Bonn

Eingebettet in das von den Städten Aachen, Bonn und Köln (Cologne) gespannte Dreieck der „ABC-Region“, die als die dichteste Forschungs- und Technologielandschaft in Europa gilt, hat Bonn sich einen internationalen Ruf als Wissenschaftsstandort erarbeitet. Ausgangspunkt war die 1818 gegründete Universität mit ihren heute rund 29.000 Studenten. Daneben haben sich in den letzten Jahren neue Institute, Forschungseinrichtungen und Fachhochschulen entwickelt. Wissenschaftliches Glanzlicht ist die Stiftung CAESAR (Center of Advanced European Studies and Research), die interdisziplinär Zukunftsthemen mit Marktbezug erforscht. Schließlich ist Bonn auch Sitz einer Reihe führender deutscher Mittler- und Förderorganisationen der Wissenschaft.

Wirtschaftsstandort

Dienstleistung nimmt im Bonner Wirtschaftsgefüge einen immer größeren Raum ein, die Tendenz geht von der öffentlichen hin zur privaten Dienstleistung. Große, weltweit tätige Unternehmen haben sich entschieden, ihre Zentrale in Bonn einzurichten, darunter die Deutsche Post DHL und die Deutsche Telekom mit etlichen Tochterfirmen. Allein die IT-Branche beschäftigt in Bonn rund 15.000 Menschen.

Kultur

Als Geburtsstadt Ludwig van Beethovens setzt Bonn ganz stark auf Musik. Das jährliche Beethovenfest wirbt für den Komponisten. Mit den Häusern der Museumsmeile sind neue Publikumsmagneten entstanden: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Kunstmuseum Bonn, Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Museum Alexander Koenig und Deutsches Museum Bonn ziehen jährlich ein Millionenpublikum an.

Zahlen in Kürze

Bonn ist heute eine Stadt mit über 318 000 Einwohnern und sogar – und das ist sehr selten in den größeren deutschen Städten – mit einem Geburtenüberschuss.
800 Firmen der IT-Branche in der Region geben 25.000 Menschen Arbeit.
Über eine Million Übernachtungen pro Jahr verzeichnet das Hotelgewerbe.
Die Arbeitslosigkeit liegt mit circa sieben Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.


UNO in Bonn – für nachhaltige Entwicklung weltweit

Bonn hat sich in der letzten Dekade erfolgreich ein neues Profil als deutsche Stadt der Vereinten Nationen und Ort des internationalen Dialogs zu Zukunftsthemen gegeben. Ein sichtbares Symbol dieser Entwicklung ist der Bonner UN Campus. Seit Juli 1996 kann sich Bonn UNO-Stadt nennen. Zehn Jahre später, im Juli 2006, konnte Bundeskanzlerin Angela Merkel den neuen Dienstsitz der Vereinten Nationen in Bonn an UN-Generalsekretär Kofi Annan übergeben. 55 Mio. Euro hatte die Bundesregierung in den Umbau des einstigen Abgeordnetenhochhauses, auch als „Langer Eugen“ bekannt, investiert. Dort arbeiten fast alle Bonner UN-Organisationen unter einem Dach. Als künftiger Sitz des UNO-Klimasekretariats wird das Alte Abgeordnetenhochhaus als bauökologisches Modellprojekt umgebaut und noch 2012 bezogen werden können.

Mit der Überschrift „UNO in Bonn – für nachhaltige Entwicklung weltweit“ haben sich die Vereinten Nationen in Bonn ein thematisches Dach gegeben. Es sind:

Das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen - United Nations Volunteers Programme (UNV)
Das Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung des Klimawandels - Secretariat of the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC)
Das Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung - Secretariat of the United Nations Convention to Combat Desertification (UNCCD)
Das Sekretariat des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten - Secretariat of the Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals (UNEP/CMS)
Das Sekretariat des Abkommens zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel – Secretariat of the Agreement on the Conservation of African-Eurasian Migratory Waterbirds (UNEP/AEWA)
Das Sekretariat des Abkommens zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee, dem Nordostatlantik und der Irischen See – Secretariat of the Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas (UNEP/ASCOBANS)
Das Sekretariat des Abkommens zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen – Secretariat of the Agreement on the Conservation of the Populations of European Bats (UNEP/EUROBATS)
Das Regionale Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa – Verbindungsbüro in Deutschland – United Nations Regional Information Centre for Western Europe – Liaison Office in Germany (UNRIC)
Das Internationale Zentrum für Berufsbildung der UNESCO - UNESCO International Centre for Technical and Vocational Education and Training (UNESCO-UNEVOC)
Die Weltgesundheitsorganisation – Regionalbüro Europa, Europäisches Zentrum für Umwelt und Gesundheit – World Health Organisation – Regional Office for Europe, European Centre for Environment and Health (WHO-ECEH)
Die Universität der Vereinten Nationen, Vizerektorat in Europa der Universität der Vereinten Nationen – United Nations University, United Nations University Vice Rectorate in Europe (UNU-ViE)
Die Universität der Vereinten Nationen – Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit – United Nations University – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS)
Die Universität der Vereinten Nationen - Internationales Programm zur sozialen Dimension globaler Umweltveränderungen – United Nations University - International Human Dimensions Programme on Global Environmental Change (UNU-IHDP)
Die Universität der Vereinten Nationen – Institut für Nachhaltigkeit und Frieden, Operating Unit SCYCLE – United Nationes University – Institute for Sustainability and Peace (UNU-ISP), Operating Unit SCYCLE
Das Programm für Kapazitätsentwicklung im Rahmen der Wasserdekade der Vereinten Nationen - UN-Water Decade Programme on Capacity Development (UNW-DPC)
Internationale Strategie zur Katastrophenvorsorge der Vereinten Nationen – Büro Bonn – United Nations International Strategy for Disaster Reduction – Bonn Office (UN/ISDR)
Die Beratungsstelle der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen für Tourismus und Biodiversität – Consulting Unit of the United Nations World Tourism Organisation on Tourism and Biodiversity (UNWTO)
Die Plattform der Vereinten Nationen für raumfahrtgestützte Informationen für Katastrophenmanagement und Notfallmaßnahmen - United Nations Platform for Space-based Information for Disaster Management and Emergency Response (UNOOSA/UN-SPIDER)

Der UN Campus bietet ihnen ideale Arbeitsbedingungen und ein synergienreiches Umfeld. Besondere Vorteile liegen in der direkten Nachbarschaft zum World Conference Center Bonn und zu vielen wichtigen Ansprechpartnern. Dies ist ein ideales Umfeld für Kooperationen und Kontakte auf kurzem Wege. UN-Organisationen, Bundesministerien und Bundesbehörden, rund 150 Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftseinrichtungen und die ansässigen Global Players der Wirtschaft prägen den internationalen Standort auch inhaltlich. Zunehmend wird Bonn zum Knotenpunkt eines Netzwerkes, dessen Akteure sich den Fragen einer zukunftsfähigen menschenwürdigen Entwicklung widmen.

Das Konferenzgeschehen in Bonn ist ebenfalls auf globale Zukunftsthemen ausgerichtet. Die deutsche Stadt der Vereinten Nationen öffnet dem konstruktiven Dialog auf nationaler, internationaler und supranationaler Ebene Plattformen. Auf dem Weg zu einer weltweit nachhaltigen Entwicklung strahlen von Bonn und den dortigen Akteuren immer wieder Impulse weltweit aus. Ob Klima, Wüste, Wasser, Boden, Artenschutz oder Frühwarnung - Bonn hat sich zum deutschen Kompetenzzentrum für Umwelt, Entwicklung und Gesundheit entwickelt. Dieses Synergiefeld der Nachhaltigkeit wird aufgewertet durch vielfältige international agierende Partner aus Politik, Organisationen, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und NGOs. Zu letzteren gehören nicht nur deutsche Organisationen mit internationalen Handlungs- und Themenfeldern, sondern auch ca. 20 international tätige Nichtregierungsorganisationen, die seit 1990 ihren Sitz in Bonn genommen haben. Einige Beispiele:


Das Bonn International Center for Conversion (BICC) engagiert sich weltweit bei der Umwidmung ehemals militärisch genutzter Ressourcen für zivile Zwecke und leistet damit lebenswichtige Arbeit in Krisengebieten.
Das International Paralympic Committee (IPC) koordiniert seit Herbst 1999 von Bonn aus die Paralympics, die Olympiaden für Behinderte
Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) koordiniert und unterstützt die Arbeit der nationalen Transfair-Organisationen
Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine internationale NGO mit dem Ziel weltweiter nachhaltiger Forstwirtschaft durch Wald-Zertifizierung auf der Grundlage vergleichbarer Standards.

Als Konferenzort konnte Bonn seine Kompetenz und Erfahrung vielfach unter Beweis stellen. Zu nennen sind hier UN-Vertragsstaatenkonferenzen wie die Klimagipfel 1999 und 2001, die Afghanistangespräche auf dem Petersberg bei Bonn 2001 und 2002, die Internationale Süßwasserkonferenz 2001, die Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien 2004, die Internationale Frühwarnkonferenz 2006 und zuletzt die 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur biologischen Vielfalt (CBD) im Mai 2008 oder die Konferenz des Department for Public Information der Vereinten Nationen und NGOs, die DPI/NGO-Konferenz im September 2011.

Das Bonner Thema ist also Nachhaltigkeit – und diesen Schwerpunkt lebt die Stadt auch. Sie ist dem Städtenetzwerk ICLEI und dem Klima-Bündnis der Städte beigetreten. Sie hat sich 2011 dem Global Compact der Vereinten Nationen angeschlossen. Die Stadt hat sich ein internationales Konzept gegeben und pflegt zusätzlich zu den klassischen Städtepartnerschaften nachhaltigkeitsorientierte Projektpartnerschaften u. a. mit Minsk (Republik Belarus), Ulan Bator (Mongolei), Buchara (Usbekistan), La Paz (Bolivien), Cape Coast (Ghana) und Chengdu (China). Dank gewachsener Kompetenz und funktionierender Vernetzung konnte Bonn schon mehrfach gemeinsam mit anderen Akteuren (z.B. ICLEI, GIZ) im Vorfeld internationaler Konferenzen zu kommunalen Vorkonferenzen einladen, bisher zu den Themen Wüstenbildung, Erneuerbare Energien, Frühwarnung und zuletzt zum Schutz der biologischen Vielfalt, denn vermehrt hat sich gezeigt, dass die Sichtweise und Erfahrung von Kommunen die internationale Debatte um wesentliche Impulse zu bereichern vermag. Bonn hat also nicht nur die Rolle eines Standorts, sondern ist auch selbst Akteur für Nachhaltigkeit.

Die Grundlagen für das heutige internationale Profil Bonns wurden im Berlin/Bonn-Gesetz vom 26. April 1994 gelegt, das den Ausbau als Standort für Entwicklungspolitik, nationale, internationale und supranationale Einrichtungen als zentrale Aufgabe festschreibt. Der deutsche Standort für internationale Beziehungen wurde aufgewertet durch die Übersiedlung wichtiger Einrichtungen der Entwicklungspolitik von Berlin nach Bonn, unter ihnen die Deutsche Stiftung für Entwicklung (DSE), der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) und das Deutsche Institut für Entwicklung (DIE). Darüber hinaus wurde Bonn im Rahmen der Fusion von InWEnt, DED und GTZ erster Sitz der GIZ. Zusammen mit den bereits vorher ansässigen 150 staatlichen, halbstaatlichen, kirchlichen und privaten Institutionen konnte dieser Schwerpunkt nochmals aufgewertet werden. Weltweite Kontakte zu Umweltfragen und Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit pflegen auch die entwicklungs- und umweltpolitischen Arbeitsgemeinschaften und Wirtschaftsverbände.

Dazu kommen Institutionen aus Wissenschaft und Forschung und Wissenschaftsorganisationen mit starkem internationalem Austausch wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH).
Auch der Wissenschaftsraum wurde im Rahmen des Ausgleichs gestärkt und um internationale Akzente ergänzt. Mit Ausgleichsmitteln wurden an der Universität Bonn das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) und das Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) eingerichtet. Vor allem ZEF arbeitet eng mit den entwicklungspolitisch aktiven Einrichtungen zusammen und schlägt so die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. In dieses international ausgerichtete Wissenschaftsprofil passt auch das im Aufbau befindliche Innovations- und Technologie-Zentrum der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IITC – IRENA Innovation and Technology Center).

Der internationale Standort und die Internationale Dialogplattform Bonn sind also keine Worthülsen. Bonn nutzt seine Chance, Deutsches Kompetenzzentrum zu werden für Themen, die unsere Zukunft bestimmen und vielfältige international agierende Partner zu diesem Ziel zusammenzubringen !


Sichtbarer Strukturwandel: Das Bundesviertel in Bonn

Bonn boomt – das ist überall im Stadtgebiet sichtbar, am deutlichsten jedoch im Bundesviertel, dem ehemaligen Regierungsviertel zwischen Bonn und Bad Godesberg. Das einstige Zentrum bundesdeutscher Politik erlebt einen Bedeutungswandel auf höchstem Niveau. Auf vier Kilometern Länge und 1000 Schritten Tiefe ist rund um Bonns „Central Park“, der Rheinaue, ein neuer Stadtteil herangewachsen: Mit internationalen Konzernzentralen, neuen Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Ministerien, dem World Conference Center Bonn und jetzt auch dem „Campus“ für die Vereinten Nationen. Insgesamt haben sich hier seit 1991 mehr als 80 neue Unternehmen und Einrichtungen etabliert. Mit über 35.000 Arbeitsplätzen (vor dem Umzug, waren es rund 20.600) konzentriert sich dort fast ein Fünftel aller Bonner Arbeitsplätze. Mittelfristig wird es im Bundesviertel rund 42.000 Arbeitsplätze geben.

Eine zentrale Rolle wird künftig das World Conference Center Bonn spielen. Sein Kern ist der ehemalige Plenarsaal des Deutschen Bundestages, dessen lichte Architektur schon heute Tagungsteilnehmer aus aller Welt für sich einnimmt. Um es in erster Linie für die Vereinten Nationen nutzbar zu machen, werden ein zweiter Saal und ein hochklassiges Hotel gebaut. Seit Sommer 2006 haben die in Bonn ansässigen Sekretariate der UNO ihr neues Domizil im UN Campus, dem ehemaligen Abgeordnetenhochhaus „Langer Eugen“ im Bundesviertel. Für das Welt-Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UNFCCC) wird dort ein Gebäude, das sogenannte Alte Abgeordneten-Hochhaus, renoviert. Da es schon vor Ende der Sanierung zu klein für UNFCCC ist, wird auf dem Gelände ein weiteres Bürohaus entstehen.

Weitere Highlights:

Die Villa Hammerschmidt bleibt Bonner Dienstsitz des Bundespräsidenten.
Der Komplex Bundeskanzleramt ist Sitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Bundeskanzlerin hat ihren Bonner Dienstsitz im Palais Schaumburg
Im „Tulpenfeld” sind die deutschen Entwicklungshilfeorganisationen heimisch geworden. Auch die in Bonn arbeitenden Journalisten überregionaler Medien haben dort ihre Büros.
Am Fuß des UN Campus steht das Funkhaus der Deutschen Welle, die ihre Sendungen von Bonn aus in alle Welt ausstrahlt.
Die Deutsche Post DHL hat ihre Konzernzentrale, den Post Tower, südlich des Deutsche-Welle-Funkhauses bezogen. Das 162,5 Meter hohe Gebäude nach Plänen des Architekten Helmut Jahn ist zum neuen Wahrzeichen für den Strukturwandel in Bonn geworden.
Die Deutsche Telekom AG hat ihre Konzernzentrale ebenfalls am Standort Bonn. Gegenüber ihrem Direktionsgebäude an der Friedrich-Ebert-Allee hat das Unternehmen großzügige Büro-Neubauten errichtet und beide Komplexe mit einer gläsernen Fußgängerbrücke verbunden.

Wirtschaftsstandort Bonn: Stabile Wachstumstendenzen

ib - Bonn ist ein prosperierender Wirtschafts-, Wissenschafts- und Innovationsstandort von internationaler Bedeutung. Als deutsche UNO-Stadt mit zahlreichen international tätigen Organisationen ist sie darüber hinaus Dialog-Plattform für weltweite Zukunftsthemen. Eingebettet in eine der reizvollsten Landschaften Europas mit einem vielfältigen Kulturangebot, bietet Bonn beste Arbeits- und Lebensbedingungen.
Bonn ist ein hervorragender Standort für Unternehmen geworden und hat sich im Spitzenfeld der Wirtschaftsmetropolen in Deutschland positioniert. Nach München, Düsseldorf, Walldorf und Wolfsburg ist Bonn die „wertvollste“ Stadt in Deutschland, gemessen am Börsenwert der lokalen Unternehmen.
In allen bundesweiten Städterankings konnte sich Bonn mindestens im oberen Drittel platzieren. Die hohe Wirtschaftskraft basiert auf den Standortfaktoren der Bundesstadt, die im regionalen Wettbewerb hervorstechen: ein anhaltend positives Bevölkerungswachstum, die hohe Kaufkraft mit 9,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, der überdurchschnittliche Bildungsstand der Bevölkerung, die Internationalität sowie das hervorragende wissenschaftliche Umfeld sind nur einige wichtige Aspekte. Die hohe Lebensqualität ist für viele Unternehmen ein Pluspunkt, qualifizierten Mitarbeitern ein geeignetes Lebensumfeld bieten zu können.
Der Region Bonn wird ein anhaltend positives Bevölkerungswachstum prognostiziert. So werden bis zum Jahr 2030 voraussichtlich weitere 48.300 Menschen in der Region leben. Insgesamt sind es dann ca. 1,1 Mio. Einwohner, die auch in Zukunft ein qualifiziertes Angebot an Arbeitskräften und eine gute Nachfragestruktur sichern. Am 1.Januar 2013 lebten gemäß der Kommunalstatistik in der Stadt Bonn 319 606 Einwohner.
Besonders der Dienstleistungssektor hat sich in den vergangenen Jahren zum Hauptwachstumsmotor entwickelt. Hierzu gehören alle Arten von Dienstleistungen, das Grundstücks- und Wohnungswesen sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. Der Informations- und Kommunikationssektor nimmt dabei einen zentralen Stellwert für den Wirtschaftsstandort Bonn ein. Auch als Tourismus – und Kongressstandort konnte Bonn weiter gewinnen. Viele der stark zunehmenden Existenzgründungen in Bonn finden in den verschiedenen Dienstleistungszweigen statt und schaffen die Voraussetzungen für ein weiteres Wirtschaftswachstum. Die Arbeitslosenquote ist vergleichsweise moderat und gehört zu den niedrigsten in Nordrhein-Westfalen.
Diese Entwicklung wirkt sich auch positiv auf den Immobilienstandort aus. Die Stadt Bonn verfügt aktuell über eine vergleichsweise günstige Leerstandsquote (3,24% Anfang 2012), die weit unter den Werten anderer Städte liegt. Dem Bonner Immobilienmarkt werden von den unterschiedlichsten Immobilienexperten beste Entwicklungsmöglichkeiten und nachhaltiger Wertzuwachs bescheinigt. Bonn erreichte 2011 den 2. Platz beim „Cash-Special Standortranking“. Das Ranking untersucht die 40 wichtigsten deutschen Immobilienstandorte anhand von relevanten Indikatoren wie Gewerbesteuer, Wachstum, Kaufkraft, Wohnumfeld oder Einwohnerentwicklung.
Die Internationalität des deutschen UNO-Standorts ist auch für die lokale Wirtschaft von Bedeutung. Kongresse von Weltbedeutung finden in Bonn statt, die jährlich erheblichen Umsatz generieren. Dies gilt ebenfalls für die Kultur in Bonn, die auf höchstem Niveau Besucher aus der ganzen Welt anlockt. Zu den Highlights gehört hier beispielsweise das jährlich stattfindende Beethovenfest.
Der Konferenz- und Kongressstandort wird mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus des World Conference Center Bonn am UN Campus noch bedeutsamer. Die Ergänzung des historischen Bonner Bundestages um einen weiteren Kongresssaal sowie der Bau eines 336-Zimmer-und Suiten-Hotels der Vier-Sterne-Plus-Kategorie wertet das Bundesviertel Bonn zusätzlich auf. Geschätzte 200.000 Kongressteilnehmer jährlich bedeuten die Sicherung von 3.000 branchenspezifischen Arbeitsplätzen und Gesamtumsätze von 56 Millionen Euro. Davon fließen 31 Millionen in Hotellerie und Gastronomie, fünf in den Einzelhandel. Für Bonn als deutsche Stadt der Vereinten Nationen, deren derzeit 18 Organisationen im UN Campus konzentriert werden, ist die Fertigstellung des World CC Bonn ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die Stadt als eine Plattform des internationalen Dialogs weiter auszubauen.
Durch die zentrale Lage in Europa begünstigt, wird Bonn für Gäste immer attraktiver. Auch im Jahr 2011 konnte der Köln/Bonn-Airport mehr als 9 Millionen Passagiere begrüßen und insgesamt 742.000 Tonnen Fracht bewegen. Gemessen an Verkehrseinheiten ist Köln/Bonn der sechstgrößte Flughafen Deutschlands.


Die Wissenschaftsregion Bonn

Gemeinsam kann man mehr erreichen, das stellen die Forschungsstätten und Wissenschaftseinrichtungen im Dreieck Aachen, Bonn und Köln („Cologne“), der „ABC-Region“, täglich in enger Zusammenarbeit unter Beweis. Nur wenige Ballungsräume in Deutschland verfügen über eine vergleichbar hohe Dichte an Bildungs- und Forschungsinstitutionen, die ABC-Region jedoch gilt sogar als die dichteste Forschungs- und Technologielandschaft Europas. Bonn hat sich in dieser guten Gesellschaft längst einen Namen als international beachteter Wissenschaftsstandort gemacht.

Wissenschaft und Internationalität gehen in Bonn Hand in Hand. Bonn ist Sitz eines Vizerektorats der Universität der Vereinten Nationen (UNU). Hier am Rhein ist das UNU-Programm für Umwelt und menschliche Sicherheit zu Hause. Die UNO-Universität kooperiert eng mit der Bonner Universität und ihrem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF). Das internationale Flair der Bundesstadt prägt neben den in Bonn ansässigen UNO-Einrichtungen und internationalen Organisationen auch in direkter Weise die Universität Bonn. Rund 3700 der 29.000 Studenten kommen aus dem Ausland. Die Universität pflegt intensive bilaterale Partnerschaften mit 56 Universitäten auf fünf Kontinenten und zählt in Deutschland zu den beliebtesten Zielen für internationale Gastwissenschaftler. Hinzu kommen mehrere Tausend gemeinsame Forschungsvorhaben mit Partnergruppen rund um den Globus. Die Universität ist außerdem Teil des „EUROPAEUM“-Verbundes europäischer Spitzenuniversitäten, dem auch so renommierte Universitäten wie Oxford und Paris-Sorbonne angehören.

Bereits vor 200 Jahren war das Streben nach höherer Bildung in Bonn ein Thema – zunächst an der kurfürstlichen Akademie, dann an der neugegründeten preußischen Rheinuniversität. Heute ist die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität der Motor der Wissenschaftsstadt Bonn. Tradition und Modernität stellen dabei keinen Gegensatz dar: Hinter vielen historischen Fassaden im Stadtbild verbirgt sich eine moderne Forschungsuniversität mit internationaler Ausrichtung. So wird etwa im Poppelsdorfer Schloss, einst barockes Lustschlösschen der Kölner Kurfürsten, eine neue Generation von Lebenswissenschaftlern ausgebildet. Nur rund 30 neue Studenten werden jedes Jahr nach einem harten Auswahlverfahren zum Studiengang Molekulare Biomedizin zugelassen. Ihr Studium ist geprägt von anspruchsvollem Unterricht, früher Beteiligung an Forschungsprojekten und einer intensiven Betreuung durch ausgewiesene Wissenschaftler. Darüber hinaus macht die Universität Bonn seit 2005 Elitestudenten der amerikanischen Harvard-Universität in einem zweimonatigen Studienprogramm mit dem deutschen Kulturraum und den modernen Lebenswissenschaften vertraut.

Zu den international anerkannten Forschungsschwerpunkten der Bonner Universität gehören Mathematik, Ökonomie, Physik/Astronomie, Biowissenschaften, Genetische Medizin, Neurowissenschaften und Philosophie/Ethik. Hinzu kommen national herausragende Forschungsbereiche wie Geographie und Rechtswissenschaft. Die Universität und das Universitätsklinikum Bonn (UKB) gehören mit zusammen rund 8.800 Mitarbeitern nicht nur zu den größten Arbeitgebern der Region, sie bringen auch pro Jahr rund 3.000 hochqualifizierte Absolventen hervor.

In der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zeigte sich, wo es in Deutschland bereits heute international sichtbare Schwerpunkte der universitären Forschung gibt. Es ist kein Zufall, dass die erfolgreichsten nordrhein-westfälischen Universitäten die Hochschulen der ABC-Region sind. Neben der als „Elite-Uni“ erfolgreichen RWTH Aachen konnte sich die Universität Bonn mit einem Exzellenzcluster im Fach Mathematik und zwei Graduiertenschulen in den Bereichen Ökonomie und Physik/Astronomie im Landesvergleich das zweitgrößte Stück vom Exzellenzkuchen abschneiden. Die Graduiertenschule Physik/Astronomie kooperiert eng mit der Universität zu Köln.

Die Entscheidung des Bundestages, Deutschlands Hauptstadt und Regierung nach Berlin zu verlagern, hatte für die Region Bonn weit reichende Folgen. Aus der folgenden Umbruchsphase gingen Stadt und Region gestärkt hervor, nicht zuletzt deshalb, weil sie auch auf Wissenschaft als Zukunftsfaktor setzte. Im März 1994 gab der Bundestag mit dem Berlin/Bonn-Gesetz grünes Licht für den Ausbau der Region Bonn zu einem Zentrum der Wissenschaft; rund 60 Prozent der insgesamt 1,43 Milliarden Euro Ausgleichsmittel waren für diesen Zweck bestimmt. Der Löwenanteil floss in die Stiftung „caesar“ – das „center of advanced european studies and research“. Heute – nach einer inhaltlichen Neuausrichtung – forscht man bei caesar mit modernen Methoden auf dem Gebiet der Neurowissenschaften. Caesar ergänzt damit den neurowissenschaftlichen Schwerpunkt der Wissenschaftsregion Bonn, zu dem auch die ebenfalls mit Ausgleichsmitteln finanzierte Forschungsplattform „LIFE & BRAIN“ beiträgt. Als Spitzenzentrum auf dem Gebiet der angewandten Biomedizin führt LIFE & BRAIN Expertise aus den Gebieten Genomforschung, Transgene Modelle, Stammzelltechnologie und Kognitive Hirnforschung zusammen. Das Zentrum beherbergt universitäre Forschergruppen, Mitarbeiter der LIFE & BRAIN GmbH und einen „Inkubator“ für Ausgründungen aus dem Forschungsbetrieb.

Neuester Stern am neurowissenschaftlichen Forschungshimmel ist das „Deutsche Zentrum für die Erforschung Neurodegenerativer Erkrankungen“ (DZNE) mit Hauptsitz auf dem Gelände des Universitätsklinikums Bonn und in unmittelbarer Nachbarschaft des Neurozentrums und LIFE & BRAIN. Insgesamt 60 Millionen Euro wird der Bund künftig jedes Jahr für das Kernzentrum und seine „Satelliten“ bereit stellen. Neben dem Universitätsklinikum und der Universität Bonn sind die Universität zu Köln, das Forschungszentrum Jülich und das Forschungszentrum caesar an dem Kernzentrum beteiligt. Unter dem Dach der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren werden fast 400 Wissenschaftler die Ursachen und potentielle Therapien von neurodegenerativen Erkrankungen erforschen, davon allein 300 Stellen am Hauptsitz des Zentrums auf dem Bonner Venusberg.

Mit der Gründung neuer Fachhochschulstandorte an Rhein, Sieg und Ahr wurde das Ausbildungsangebot der Region vervollständigt. Am Rhein-Ahr-Campus in Remagen, der zur Fachhochschule (FH) Koblenz gehört, sind die Fachbereiche ‚Betriebs- und Sozialwirtschaft‘ und ‚Mathematik und Technik‘ angesiedelt. Das Studienangebot reicht von Betriebswirtschaft über Sportmanagement bis Logistik. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit ihren beiden Standorten Sankt Augustin und Rheinbach umfasst die Fachbereiche Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Technikjournalismus, Angewandte Naturwissenschaften und Sozialversicherung. Durch die Kooperation mit der regionalen Wirtschaft und mit anderen Forschungsinstituten und Hochschulen bemüht sich die Hochschule um einen lebhaften Wissens- und Technologietransfer, der die Innovationskraft der Region stärkt. Zu den jüngsten Gründungen der Region gehört die Internationale Fachhochschule Bad Honnef-Bonn, eine staatlich anerkannte, private Fachhochschule mit Studienprogrammen in Luftverkehrs-, Hotel-, Tourismus- und Eventmanagement sowie Internationalem Management. Die Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter und eine theologische Hochschule in Sankt Augustin runden das breite Lehrspektrum der Wissenschaftsregion Bonn ab.

Dass Hightech und Know-how „made in Bonn“ schon seit vielen Jahren erfolgreiche Exportartikel der Region sind, ist auch ein Verdienst der hier ansässigen Forschungseinrichtungen. Dazu gehören die Fraunhofer-Institute in Sankt Augustin, wo Forschungsprojekte auf hochaktuellen Gebieten wie der Robotik, der Bioinformatik und der Informations- und Kommunikationstechnik verfolgt werden. Das Spektrum wird ergänzt durch das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz und die Forschungsgesellschaft für angewandte Naturwissenschaften (FGAN) in Wachtberg, wo seit 50 Jahren anwendungsorientierte Forschung im Bereich wehrtechnischer Aufgabenstellungen betrieben wird. Die Max-Planck-Gesellschaft unterhält in Bonn die Max-Planck-Institute für Mathematik, für Radioastronomie und zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Die Stiftung caesar ist eine assoziierte Einrichtung der Gesellschaft.

Neben den zahlreichen Ausbildungs- und Forschungsstätten ist die Region Bonn auch der Sitz einer Reihe führender deutscher Mittler- und Förderorganisationen der Wissenschaft. Hier werden Entscheidungen von großer Tragweite für die deutsche Forschungslandschaft vorbereitet und gefällt. Viele Organisationen sind im und rund um das Wissenschaftszentrum an der Ahrstraße im Stadtbezirk Bad Godesberg zu Hause. Dort residieren auch die Zentralen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) und der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL). An der angrenzenden Kennedyallee hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Selbstverwaltungsorganisation der deutschen Wissenschaft, ihre Geschäftsstelle; unweit ist der für die Kooperation der deutschen Wissenschaft mit dem Ausland so bedeutende Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) untergebracht. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Studienstiftung des deutschen Volkes sind ebenfalls in Bonn-Bad Godesberg beheimatet. In Bonn sind nationale Bildungsinstitute und Bundeseinrichtungen im Bereich Forschung und Wissenschaft zu Hause, darunter das Bundesinstitut für Berufsbildung, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat seinen ersten Dienstsitz in Bonn, wo auch die Spitzenorganisationen der deutschen Bildungslandschaft wie die Hochschulrektorenkonferenz, die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern und das Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder beheimatet sind.


Kultur in Bonn/Sehenswertes Bonn

Bonn gilt jeher als Kulturstadt. Aus dieser Tradition hat sich in allen kulturellen Sparten ein vielfältiges, lebendiges und erfolgreiches Kulturleben entwickelt, das von zahlreichen Mitwirkenden bereichert wird.

Theater und Musik

Bonn ist die Geburtsstadt Ludwig van Beethovens, der 1770 hier zur Welt kam. Aus diesem „Geschenk der Geschichte“ entsteht eine besondere Verantwortung für die Stadt, an Wirken und Werke Beethovens zu erinnern und die künstlerischen sowie gesellschaftlichen Potenziale, die der Geist dieses einzigartigen Künstlers entwickelt hat, auszuschöpfen.
Das Beethoven-Orchester Bonn ist das Orchester der Oper Bonn und gehört zu den bedeutendsten Kulturorchestern Deutschlands. Das prämierte Orchester (z. B. fünf „Echo“-Klassik-Preise) leistet zudem im In- und Ausland einen wichtigen Beitrag als kultureller Botschafter der Stadt Bonn.
Jedes Jahr im September/Oktober feiert Bonn das Beethovenfest, das überregional und international wahrgenommen wird. Das Beethovenfest präsentiert dazu internationale Spitzenorchester, bedeutende Ensembles, prominente Solisten und junge Nachwuchskünstler.
Bereits heute beginnt Bonn, sich auf das Jahr 2020 vorzubereiten, in dem Beethovens 250. Geburtstag begangen wird. Ambitioniertestes Projekt zur Würdigung Beethovens ist der Plan, eine Philharmonie zu errichten, die ausschließlich mit privaten Mitteln realisiert werden soll.
Seit 1998 würdigt jährlich das Bonner Schumannfest das künstlerische Schaffen von Robert und Clara Schumann, das im Frühsommer junge musikalische Talente und renommierte Chöre im Festivalprogramm präsentiert.

Bonns Tradition als Theaterstadt reicht zurück bis in die Zeit der Kurfürsten. 1826 bauten sich die kunstsinnigen Bürger selbst das erste Schauspielhaus. 1965 wurde am Rheinufer der Neubau des Theater Bonn eingeweiht, dessen Großes Haus mit 1037 Plätzen heute ausschließlich von der Oper bespielt wird. Das Schauspiel Bonn hat ein eigenes Haus in Bad Godesberg sowie weitere Spielstätten in der Halle Beuel und in der Werkstattbühne im Opernhaus.
Auch die private Theaterszene kann sich sehen lassen: Das Contra-Kreis-Theater in der Nähe der Universität, das Kleine Theater in Bad Godesberg und das Euro Theater Central in der Bonner Fußgängerzone gehören ebenso dazu wie das Junge Theater Bonn und das Theater Marabu in Beuel. Die Brotfabrik in Beuel und das Theater im Keller (tik) in Duisdorf rundet das Angebot ab. Bundesweit Beachtung findet das Pantheon am Bundeskanzlerplatz mit seiner „sinnstiftenden Wiedergutmachung am Abend“. In Endenich haben sich das Improvisationstheater Haus der Springmaus und das Theater im Ballsaal angesiedelt. Letzteres teilen sich das Fringe Ensemble und Cocoon Dance.

In der Nachfolge des ehemaligen „Bonner Sommers“ präsentiert das Kulturamt seit 2012 mit der Reihe „Treffpunkt Stadtgarten“ die Bonner Musik- und die freie Kulturszene am Alten Zoll.
Ebenfalls seit 2012 startete auf private Initiative der „Kunst!Rasen“, der internationale Künstler der Pop- und Rockmusik eine Bühne in der Gronau unmittelbar am Rhein bietet.
Das Jazzfest Bonn ist seit 2010 das Festival zeitgenössischer kreativer Improvisationsmusik in Bonn. Im Zeitraum von zehn bis zwölf Tagen im Mai präsentieren hochkarätige nationale und internationale Jazzensembles ihre aktuellen Programme.


Literatur und Film

Schließlich hat sich auch die Literatur in Bonn ihr Terrain erobert. Dichter von Weltrang verlebten hier wichtige Jahre, die Bonner literaturwissenschaftliche Forschung besitzt seit dem 19. Jahrhundert weit über nationale Grenzen hinaus eine Ausstrahlung, und bis heute bewegt sich die Literaturszene in Bonn im Spannungsfeld zwischen regionalen und internationalen Bezugspunkten.
Seit 2011 öffnet sich das neue Literaturhaus Bonn als Ort der Begegnung mit Schriftstellern, als Ort der Vermittlung, der Leseförderung, der Beratung von Autoren oder des Austauschs unter Lesern. Die Veranstaltungen finden jeweils an unterschiedlichen Orten in Bonn statt.
Mit dem seit 2010 in 21 Kommunen und Kreisen der Region vernetzten jährlichen „Rheinischen Lesefest Käpt’n Book“ setzt das Kulturamt öffentlichkeitswirksame Akzente auf die Leseförderung und kindliche Literaturbegeisterung. Derzeit entsteht das Haus der Bildung am Bottlerplatz, in das nach seiner Fertigstellung Anfang 2014 die Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Bonn und die Volkshochschule einziehen werden.

Das Bonner Stummfilm-Festival, das vom Förderverein Filmkultur veranstaltet wird, ist in seiner Art ein Solitär in Deutschland und unter Cineasten sogar von weltbekanntem Ruf. Jährlich findet es im Arkadenhof der Universität ein begeistertes Publikum.


Museumsmeile, City-Museen und Macke-Viertel

Die Museumsmeile ist Bonns Hauptanziehungspunkt für Kunst- und Kulturinteressierte aus der ganzen Welt. Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und das Kunstmuseum Bonn haben sich seit ihren Eröffnungen 1992 bzw. 1994 Namen in der deutschen und europäischen Museumslandschaft gemacht. Das traditionsreiche Museum Alexander Koenig und das Deutsche Museum Bonn runden die Museumsmeile ab.

Zeitgeschichte anschaulich und aussagekräftig zu präsentieren ist Ziel des Hauses der Geschichte. 4.000 Quadratmeter umfasst die Dauerausstellung mit Fotos, Dokumenten und vor allem Originalobjekten zur Deutschen Geschichte. „August Macke und die Rheinischen Expressionisten“ ist einer der Sammlungsschwerpunkte des Kunstmuseums, ein weiterer zeigt Deutsche Kunst seit 1945 in dem spektakulären Museumsbau nach Entwürfen des Berliner Architekten Axel Schultes. Mit der Kunst- und Ausstellungshalle, entworfen von Gustav Peichl, ist ein Haus für Wechselausstellungen entstanden, das die nationalen und internationalen kulturellen Strömungen verdeutlicht, aber auch Wissenschaft und Technik einbezieht. Bundeskunsthalle und Haus der Geschichte sind übrigens zwei der drei meistbesuchten Museen Deutschlands. Das Museum Koenig zählt zu den bedeutendsten zoologischen Museen Deutschlands und bildet unter dem Motto „Der blaue Planet“ ein ökologisches Informationszentrum neuer Art. Meilensteine der Forschung aus den letzten 50 Jahren präsentiert das Deutsche Museum Bonn auf über 1.500 Quadratmetern im Wissenschaftszentrum mit rund 100 Original-Exponaten vom Transrapid bis zur mit dem Nobelpreis prämierten Ionenfalle.

In der Bonner Innenstadt laden die City-Museen, dicht beieinander liegend und fußläufig erreichbar, ein. Hier finden sich so hochkarätige Einrichtungen wie das Beethoven-Haus als eine der weltweit bedeutendsten kulturellen Gedenkstätten und das Akademische Kunstmuseum mit einer der größten und ältesten antiken Abgusssammlungen. Die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus und das Stadtmuseum Bonn präsentieren ihre Ausstellungen bzw. ihre Sammlung in unmittelbarer Nähe des Alten Rathauses, in der Franziskanerstraße.

Am Rande des Hofgartens hat sich das Arithmeum etabliert, die einzigartige Sammlung historischer und noch funktionsfähiger Rechenmaschinen.
Im Norden Bonns haben sich viele weitere Institutionen im Macke-Viertel zusammengeschlossen. Dazu gehören das LVR-Landesmuseum, das Zeugnisse rheinischer Geschichte sowie Kultur und Kunst von der Altsteinzeit bis zur Gegenwart zeigt, und der Bonner Kunstverein, der die Kunst von heute zur Diskussion stellt. Eine spannende Einrichtung im Macke-Viertel ist auch das bei seiner Gründung …… weltweit erste Frauenmuseum.

Auch die Häuser berühmter Bonner stehen den Besuchern als Museen zur Besichtigung offen: das August-Macke-Haus, das Schumannhaus, das Wohnhaus von Ernst Moritz Arndt und natürlich das Geburtshaus von Ludwig van Beethoven.

Das Bonner „Haus der Kultur“ beherbergt mit 20 bundesweit agierenden Verbänden und Institutionen die größte Anzahl kulturpolitischer Netzwerke im nicht-staatlichen Bereich unter einem Dach.


Das Alte Rathaus und der Bonner Markt

Bonns Altes Rathaus ist seit über 700 Jahren Sitz der bürgerlichen Selbstverwaltung. 1244 hatte der Kölner Erzbischof und Kurfürst Konrad von Hochstaden als Stadtherr Bonn den „Genuss seiner Freiheiten, Rechte und guten Gewohnheiten“ bestätigt, 1285 gaben sich die Bürger Bonns eine Ratsverfassung. Man weiß nicht genau, wann das erste Rathaus, Vorgänger des heutigen, entstand. Nach einer alten Stadtansicht war es ein spätgotischer Bau. Bei der Belagerung und Beschießung Bonns im Jahr 1689 sank auch er in Trümmer. Clemens August, Kurfürst und Erzbischof von Köln, legte am 24. April 1737 den Grundstein zum neuen, vom französischen Architekten Michel Leveilly entworfenen Bau. Im Oktober 1738 wurde das neue Rathaus mit der Rokokofassade bezogen. Am 18. Oktober 1944 durch einen Fliegerangriff schwer getroffen, konnte das Gebäude 1949/1950 in alter Form wiederhergestellt werden.

Die Freitreppe des Rathauses war wiederholt Schauplatz historischer Ereignisse: Von hier aus hielt beispielsweise der Dichter, Universitätsprofessor und Freiheitskämpfer Gottfried Kinkel am 20. März 1848 seine mitreißende revolutionäre Rede; hier sprach der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, am Tage seiner Wahl, dem 12. September 1949, zur Bevölkerung. In der 42-jährigen Geschichte Bonns als Bundeshauptstadt wurden im Alten Rathaus immer wieder prominente Vertreter aus dem In- und Ausland empfangen. Kein Staatsmann, kein gekrönter Regent, der Bonn in offizieller Mission besuchte, hat das Rathaus ausgelassen. So hielten am 5. September 1962 Staatspräsident Charles de Gaulle und am 23. Juli 1963 Präsident John F. Kennedy von der Treppe aus Begrüßungsreden. Die englische Königin Elisabeth II. besuchte das Rathaus 1965 und 1978, 1989 jubelten die Bonner dem sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow zu, Nelson Mandela, das japanische Kaiserpaar, Kofi Annan, sie alle trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Bonn ein.
Nach einer aufwendigen Sanierung in den Jahren 2010 und 2011 erstrahl das Alte Rathaus in neuem Glanz. Dafür, dass das auch so bleibt, setzen sich der 2009 gegründete Verein Altes Rathaus und die Stadt gemeinsam ein.

Aber nicht nur das Rathaus, auch der Bonner Marktplatz ist durch die Vielzahl der Staatsbesuche in aller Welt bekannt geworden. Auch er hat ein wechselvolles Schicksal erlebt. Entstanden ist der Marktplatz im 11. Jahrhundert als Mittelpunkt einer bürgerlichen Gewerbesiedlung im Zuge der Nord-Süd-Straße durch Bonn. An die Zeit, als Bonn Haupt- und Residenzstadt der Kurfürsten und Erzbischöfe von Köln war, erinnert noch der sogenannte Marktbrunnen oder Obelisk auf der Mitte des Marktes. Der Platz galt schon damals als beste Geschäftsadresse: Hier wohnten die Kaufleute, Apotheker und Handwerker, die die meisten Steuern zahlten.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die kleinen Häuser am Markt durch vierstöckige Geschäftsbauten ersetzt. Am 18. Oktober 1944 brannten nach einem Luftangriff nahezu alle Häuser ab. Heute ist der Markt Herz des städtischen Lebens in der Bundesstadt und bildet eine stimmungsvolle Kulisse für zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen.


Repräsentativ: Villa Hammerschmidt und Palais Schaumburg

Eines der beliebtesten Fotomotive der Bundesstadt ist der Bonner Amtssitz des Bundespräsidenten. Die Villa Hammerschmidt, die am 4. Januar 1951 den ersten Neujahrsempfang des Staatsoberhaupts erlebte, entstand 1860 nach Plänen des Architekten August Dieckhoff. Damals galt Bonn als "Stadt der Millionäre", die viele wohlhabende Industrielle als "Rheinische Riviera" zum Wohnsitz wählten.
1868 kaufte Leopold Koenig, der Vater des Zoologen Alexander Koenig, das Haus. Koenig ließ die Villa durch den Architekten Otto Penner umbauen. Seit dieser Zeit ist sie nicht mehr wesentlich verändert worden. Der Industrielle Geheime Kommerzienrat Rudolf Hammerschmidt zog am 6. April 1901 in die Besitzung ein. In dieser Zeit galt die Villa Hammerschmidt als ein gesellschaftlicher Mittelpunkt Bonns. Nach 1929 war die Villa verpachtet und in Wohnungen aufgeteilt. Den Zweiten Weltkrieg überstand sie schadlos. Von 1945 bis Ende 1949 war sie von den alliierten Besatzern beschlagnahmt.
Am 5. April 1950 erwarb die Bundesrepublik Deutschland den Grundbesitz von den Erben Rudolf Hammerschmidts zum Preis von 750 000 Mark. Er wurde zum Amtssitz des Staatsoberhauptes hergerichtet.
1951 zog als erster Bundespräsident Theodor Heuss in die Villa ein. Sie diente ihm als Amts- und Wohnsitz. Die Einrichtung wurde aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengetragen: Möbel, Bilder und Teppiche aus Museen und Schlössern sind Leihgaben der Bundesländer. Auch für die meisten Nachfolger war die Villa Hammerschmidt zugleich Amts- und Wohnsitz. Heute werden Schloss Bellevue als Berliner und das "Weiße Haus am Rhein" als Bonner Amtssitz des Bundespräsidenten genutzt.

Das Palais Schaumburg war lange Jahre Schaltzentrale der politischen Macht in Bonn. Konrad Adenauer regierte von hier aus und auch seine Nachfolger bis Willy Brandt. Helmut Schmidt zog 1976 hinüber ins damals neugebaute Bundeskanzleramt. Das Palais reichte bereits zu Adenauers Zeiten nicht mehr zum Regieren, ein für Bürozwecke eigentlich unbrauchbares, wunderschönes Haus, in dem Ministeriale in schrägen Mansardenkammern arbeiteten. Seit November 1949 haben dort elf verschiedene Kabinette getagt. Die Hohen Kommissare Francois-Poncet und Hoyer Miller haben hier 1955 die Ratifizierungsurkunde zum Deutschlandvertrag überbracht, und 1973 wurden hier die Noten zum Grundlagenvertrag zwischen Bonn und Ostberlin ausgetauscht.
Das von einem Park umgebene, 1858 bis 1860 erbaute Haus wurde 1890 von Prinz Adolf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe und seiner Gemahlin Prinzessin Wilhelmine Victoria von Preußen, der Schwester Kaiser Wilhelms II., bezogen und war für viele Jahre gesellschaftlicher Mittelpunkt Bonns.
Im Park des Palais Schaumburg steht seit 1965 der Kanzlerbungalow, den die deutschen Regierungschefs von Erhard bis Schröder teils als Zuhause, teils als zeitweises Domizil genutzt haben. Der sachliche Bau von Sep Ruf wurde nach sorgfältiger Renovierung 2009 wieder geöffnet und ist zu bestimmten Zeiten zu besichtigen.


Die Zukunft der Bonner Kultur

Die Verwaltung hat Ende 2012 das „Gesamtkonzept für den Kulturstandort Bonn“ vorgelegt, das einen Überblick über die derzeitige Kulturlandschaft der Bundesstadt gibt und Entwicklungsperspektiven bis zum Jahr 2022 aufzeigt. An zehn Runden Tischen haben im Vorfeld rund 150 Expertinnen und Experten aus der Bonner Kulturszene über die Zukunft der Kultur in der Beethovenstadt beraten.

Bonn am Rhein

Bonn wurde fast 50 Jahre lang über den Begriff „Politik“ definiert. Doch "Bonn ist mehr", wie über viele Jahre hinweg der Werbeslogan der Stadt lautete. Er sollte aufmerksam machen auf das "andere Gesicht" der Stadt: auf rheinische Lebensart, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung, auf Handel, Handwerk und Industrie, Tradition und Fortschritt, Karneval und Pützchens Jahrmarkt, auf die Sportstadt und die Stadt der Tagungen und Kongresse. Inzwischen heißt es außerdem: deutsche UNO-Stadt, eine neue Qualität, die die Dominanz der Politik abgelöst hat. Fast 20 Einrichtungen der Vereinten Nationen haben am Rhein ihren Sitz. Und in sechs Ministerien sowie über 20 Bundesbehörden wird auch weiterhin Politik am Rhein gemacht.

"Castra Bonnensia", ein zwischen 13 und 9 vor Christus gegründetes Römerlager, steht am Beginn der Stadtgeschichte. Um das heutige Münster, dessen Anfänge als Märtyrerkirche bis in die Zeit um 400 zurückreichen, bildet sich im 8. Jahrhundert der Siedlungskern für die mittelalterliche, seit 1244 befestigte Stadt. Bonn gehörte, wie die 1210 errichtete Godesburg, zum Territorium der Kurfürsten und Erzbischöfe von Köln, dessen Landeshauptstadt es schließlich 1601 wird.

Das Erbe der prachtliebenden Kurfürsten, allen voran Joseph Clemens und Clemens August, ist heute noch im Bonner Stadtbild sichtbar: Barocke Bauten wie das Hauptgebäude der Universität und das Poppelsdorfer Schloss bilden nach wie vor Höhepunkte jeder Sightseeing-Tour, ja, durch ihre städtebaulich markante Einbindung prägen sie das Stadtbild in ganz besonderer Weise. Der Habsburger Max Franz, letzter Träger des Kurhutes, eröffnet schließlich 1786 die Vorläuferin der heutigen Universität und erhebt Godesberg zum Badeort.
1794 wird Bonn französisch, 1815 preußisch. Der 1818 gegründeten Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und der schönen landschaftlichen Lage verdankt Bonn im 19. Jahrhundert den Aufstieg zur bevorzugten Universitäts- und Rentnerstadt, zum geistigen Zentrum, aber auch zur wohl reichsten Stadt Preußens. Bald haben Millionäre die Vorzüge der Universitätsstadt als Altersruhesitz entdeckt und bauen hier großzügige Bürgerhäuser und prachtvolle Villen. Einige davon, wie die Villa Hammerschmidt (heute zweiter Amtssitz des Bundespräsidenten) und das Palais Schaumburg (viele Jahre Sitz des Bundeskanzlers), verhelfen Bonn 1949 mit dazu, seine Eignung als Bundeshauptstadt nachzuweisen.


Zwischen Poppelsdorfer Schloss und Museumsmeile

Universität, Rathaus, Bundestag, Oper, Kabarett, Ministerien, UNO-Einrichtungen - all das liegt in Bonn nahe beieinander. Die "Stadt der kurzen Wege" wird deshalb oft unterschätzt, hat sie doch inzwischen mehr als 318.000 Einwohner.

Das eigentliche Herz Bonns liegt wie vor 1500 Jahren rund um das mächtige romanisch-gotische Münster. Nicht weit entfernt steht das Alte Rathaus, vor dessen zartrosa Rokoko-Fassade sich alltags der Wochenmarkt erstreckt, die aber auch Kulisse für Staatsgäste aus aller Welt und für Hochzeitspaare ist. Ein paar Schritte weiter versetzt das bescheidene Geburtshaus Beethovens den Besucher in die Zeit der Kurfürsten zurück, die ihrerseits großartige Repräsentationsbauten in Bonn zurückgelassen haben. Das Stadtschloss, heute Hauptgebäude der Universität, mit dem prächtigen Hofgarten, und das elegante Lustschloss Clemensruh in Poppelsdorf mit seinem Botanischen Garten rahmen die dicht bebaute Altstadt ein.

Vom Hofgarten aus sind es nur wenige hundert Meter zum Rhein hinunter. Den Blick von der Bastion "Alter Zoll" über den Strom auf das Siebengebirge empfand Alexander von Humboldt als das "achte Weltwunder". Und hier, südlich des Hofgartens, beginnt auch schon die Südstadt, jenes weitläufige Viertel mit prächtigen, sorgfältig renovierten Bürgerhäusern und Villen der Gründerzeit und des Jugendstils, das vom einstigen Reichtum der Stadt zeugt.
Etwas bescheideneres Pendant zur Südstadt ist die Nordstadt, heute bevorzugtes Wohnviertel für Studenten, deren bunte Kneipenlandschaft Anziehungspunkt für Nachtschwärmer ist.

Da, wo das langgestreckte Schloss einen Riegel zwischen altem Stadtkern und Südstadt bildet, beginnt eine Bonner Besonderheit: Eine Reihe herausragender Museen, die wie an einer Schnur aufgereiht sind. Ihren Anfang macht das Stadthistorische Museum. Nächste Stationen sind das Akademische Kunstmuseum im klassizistischen Schinkel-Bau mit seiner umfangreichen Sammlung abgegossener und originaler Antiken und das Ernst-Moritz-Arndt-Haus, das biedermeierliche Lebensweise illustriert.

Mit dem prachtvollen Museum Alexander Koenig gegenüber der Villa Hammerschmidt beginnt die eigentliche Museumsmeile. Hier ist nicht nur die Naturkunde zuhause, auch als zoologisches Forschungsinstitut hat sich das Haus einen Namen gemacht.
Unmittelbar gegenüber dem Bundesviertel steht das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit seiner lebendigen Präsentation aus Alltagsgegenständen und historischen Zeugnissen der Jahrzehnte seit dem Zweiten Weltkrieg. Es ist - wie auch die Bundeskunsthalle weiter südlich - eines der meistbesuchten Museen Deutschlands. Architektonisch spektakulär sind das Kunstmuseum Bonn mit seiner Sammlung Rheinischer Expressionisten rund um August Macke sowie Deutscher Kunst nach 1945 und die benachbarte Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, die mit wechselnden Schauen Kunst, Wissenschaft und Architektur auf internationalem Niveau präsentiert. Noch weiter im Süden schließt sich das Deutsche Museum Bonn an, das den Besuchern Wissenschaft „live“ nahebringt.

Mit rund 30 Häusern ist die Museumslandschaft Bonns ohnehin reichhaltiger als viele ahnen: LVR-Landesmuseum, August-Macke-Haus, Kunstverein und Europas erstes Frauenmuseum, das 2011 sein 30-jähriges Bestehen feierte - um nur einige weitere zu nennen. Ganz wichtig ist dabei natürlich das Beethovenhaus, das Geburtshaus des großen Komponisten, nach dem auch das Bonner Orchester benannt ist. Es ist denn auch einer der wichtigsten "Botschafter" der Kulturstadt Bonn im In- und Ausland und nimmt wichtige künstlerische Funktionen bei den jährlichen Beethovenfesten wahr.


Rechts und links des Stromes

Die Bonner Museumsmeile führt mitten hinein in das Bundesviertel, das in ganz besonderer Weise das Bild und den Charakter der Stadt geprägt hat und weiter prägen wird. Das Bundeskanzleramt mit der großen Moore-Plastik ist jetzt Sitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aus dem Abgeordneten-Hochhaus "Langer Eugen" ist im Sommer 2006 der UN Tower geworden, als die Bonner Sekretariate der Vereinten Nationen eingezogen sind. Der architektonisch höchst reizvolle Plenarsaal fungiert schon als Konferenzsaal, er ist der Kern des World Conference Centers Bonn. Nicht weit entfernt stehen das Funkhaus der Deutschen Welle und die Unternehmenszentrale der Deutschen Post DHL, deren Post Tower zum Symbol für das neue Bonn geworden ist.

Gleich daneben erstreckt sich die größte Grünfläche der Stadt, der Rheinauenpark. Mit seinen 160 Hektar ist er nicht nur Bonns Naherholungsziel Nummer Eins, sondern auch die größte Veranstaltungswiese der Bundesstadt. Bei "Rhein in Flammen" beispielsweise strömen Hunderttausende in den Park. Er erstreckt sich übrigens zum Teil auch rechts des Rheines, in Beuel. Diese "Sonnenseite" Bonns hat sich mit der „Bürostadt“ von Telekom (früher T-Mobile) und dem „Bonner Bogen“ mit dem spektakulären Gebäude des Kameha-Grand-Hotels zu einer der ersten Wirtschaftsadressen der Stadt entwickelt. Und sie wartet mit einem Schmuckstück rheinischer Kirchenbaukunst auf: mit der romanischen Doppelkirche Schwarz-Rheindorf, deren leuchtende Malereien die Bibel zur Bildergeschichte machen.

Bonns südlichster Stadtbezirk, Bad Godesberg, hat seit kurfürstlichen Zeiten, an die unter anderem das Ballhaus Redoute erinnert, ein ganz eigenes Flair. Als Gesundheitsstandort macht er auch heute dem Wörtchen „Bad“ alle Ehre. Ein weitläufiges gründerzeitliches Villenviertel hat es zum beliebten Wohnort werden lassen. Hier befindet sich auch ein Kuriosum im Bonner Mosaik: Die Fachwerkhäuser von Muffendorf verbreiten dörfliche Idylle, die liebevoll gepflegt wird.

Und hier hat man dann auch schon das Siebengebirge auf der rechten Rheinseite unmittelbar vor Augen, Drachenfelsen und Petersberg mit seinem noblen Hotel sind nahe, der romantische Mittelrhein beginnt.


Beethoven in Bonn

Das Erbe Ludwig van Beethovens, der 1770 in Bonn das Licht der Welt erblickte, wird in Bonn hoch geachtet und geehrt, seine Musik ist überall präsent, sie verbindet Bonn mit Musikfreunden in aller Welt.
Natürlich trägt das Orchester der Stadt den Namen des berühmtesten Sohnes: Das Beethoven-Orchester Bonn (www.beethoven-orchester.de), gegründet 1906, ist der musikalische „Botschafter“ Bonns. Mit Konzerten im In- und Ausland sowie mit CD-Aufnahmen wirbt er erfolgreich für die Musikstadt Bonn. Das Orchester nimmt wichtige künstlerische Funktionen bei Beethovenfesten wahr.
Seit 1999 feiert Bonn seine Beethovenfeste jährlich (www.beethovenfest.de). Weltberühmte Interpreten und junge, hochtalentierte Musiker sind dann in Bonn zu Gast. Das Beethovenfest Bonn kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Ursprung ist das 1845 zur Einweihung des Beethoven-Denkmals auf dem Bonner Münsterplatz anlässlich des 75. Geburtstags des Komponisten ausgerichtete dreitägige Musikfest von Franz Liszt. Um das Werk Beethovens weiterhin zu pflegen, fanden seit 1889 durch den Verein des Beethoven-Hauses initiiert, alljährlich Kammermusikfeste statt. Seit 1927 waren es volkstümliche Beethovenfeste, die ab 1959 im Turnus von zwei Jahren von der Stadt Bonn veranstaltet wurden.
Der Besucher begegnet Ludwig van Beethoven auch im Stadtbild immer wieder. Das Beethoven-Haus, ein Wahrzeichen Bonns, wird vom 1889 gegründeten Verein Beethoven-Haus getragen und umfasst ein Museum, das Beethovenarchiv, den Kammermusiksaal und das Digitale Beethoven-Haus. Das Museum zeigt einen repräsentativen Ausschnitt aus den Sammlungen des Vereins, der größten privaten Beethoven-Sammlung der Welt. Anhand von Porträts, Originalhandschriften, Instrumenten und Gegenständen des täglichen Gebrauchs wird ein lebendiger und authentischer Einblick in Leben und Werk des Komponisten vermittelt. Das Beethoven-Archiv, 1927 zum 100. Todestag Beethovens als wissenschaftliches Forschungsinstitut gegründet, ist die zentrale Dokumentationsstelle für Beethovens Leben, sein Werk und seinen geistigen Umkreis und verfügt über eine Spezialbibliothek. Der Kammermusiksaal, 1989 eingeweiht, hat nicht nur eine hervorragende Akustik, er gilt auch als einer der schönsten modernen Konzertsäle. Neben der spezifischen Pflege der Werke Beethovens und seiner Zeitgenossen wird hier auch die Musik unserer Zeit gefördert. Das Digitale Beethoven-Haus bietet via Internet alles über den Komponisten, sein Werk, sein Leben und seine Zeit. Virtuelle Besucher können in Erstausgaben und Manuskripten blättern, die sonst nicht ausgestellt sind. www.beethoven-haus-bonn.de.

Die am 8. September 1959 eingeweihte Beethovenhalle ist Konzert- und Kongresshalle der Stadt. 1996/97 wurde sie modernisiert. Sie ist Heimat des Beethoven-Orchesters, hier gastieren internationale Klangkörper und Künstler von Weltruf. Bedeutende Ereignisse sind die jährlichen Beethovenfeste, aber auch die großen Kongresse und Parteitage. Der größte der vier Versammlungsräume bietet Platz für 2.000 Personen. Die heutige Beethovenhalle ist die dritte dieses Namens in Bonn. Die erste entstand als Holzbau 1845 auf Veranlassung von Franz Liszt zum ersten Beethovenfest, musste aber wegen Feuergefahr wieder abgerissen werden. Die zweite Halle, 1870 anlässlich des zweiten Beethovenfestes zum 100. Geburtstag des Komponisten ebenfalls in Holzbauweise errichtet, brannte am 18. Oktober 1944 beim größten Bombenangriff auf die Stadt völlig nieder.

Das Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz wurde im August 1845 zum Gedenken an Beethovens 75. Geburtstag anlässlich des ersten Beethovenfestes enthüllt. Den 1840 ausgeschriebenen Wettbewerb für das Bronzestandbild hatte der Dresdner Bildhauer Ernst Hähnel gewonnen. Haltung und Symbole der Figur charakterisieren den "inspirierten Tonkünstler", der mit nach oben gewandtem Blick einen schöpferischen Gedanken empfängt, um ihn mit seinem Griffel im Notenbuch festzuhalten. Ludwig van Beethovens Mutter, die Rheinländerin Maria Magdalena van Beethoven, geborene Keverich, fand 1787 auf dem Alten Friedhof ihre letzte Ruhestätte. Eine schlichte Steinplatte auf dem erst 1932 wiederentdeckten Grab erinnert an sie und ihren großen Sohn, dessen Worte darauf zu lesen sind: "Sie war mir eine so gute liebenswürdige Mutter, meine beste Freundin". Die Betonskulptur "Beethon" des Düsseldorfer Künstlers Professor Klaus Kammerichs (vor der Beethovenhalle) ist zu einem modernen Kennzeichen der Beethovenstadt Bonn geworden.

2005 schrieb die Deutsche Telekom erstmals den Internationalen Beethoven-Klavierwettbewerb „Telekom Beethoven Competition Bonn“ aus, der seitdem alle zwei Jahre jungen Musikern den Start in eine internationale Karriere ermöglichen soll (www.beethoven-competition-bonn.de).

Im November 2011 hat sich der Bonner Stadtrat zum Bau eines Festspielhauses in der Beethovenstadt bekannt, das ausschließlich privat finanziert werden soll. Das Konzerthaus, das architektonisch wie akustisch höchste internationale Standards erfüllt, soll bis zum Jahr 2020 in der Rheinaue entstehen, um im Jubiläumsjahr den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens angemessen feiern zu können.


Berlin/Bonn-Gesetz und Ausgleichsvertrag: Die Umsetzung

Der Beschluss des Deutschen Bundestages vom 20. Juni 1991, seinen Sitz und den Kernbereich der Regierungsfunktionen nach Berlin zu verlagern, haben die Stadt Bonn und die Region an Sieg und Ahr vor gewaltige Aufgaben gestellt. Als Folge des Beschlusses weist das Berlin/Bonn-Gesetz vom 26. April 1994 der Bundesstadt Bonn wichtige politische Funktionen auf Dauer zu und eröffnete damit Chancen für eine gute Entwicklung von Stadt und Region. Die politischen Schwerpunkte werden durch die im Gesetz festgeschriebene faire Arbeitsteilung zwischen den beiden Städten und den damit verbundenen Ausbau Bonns als Standort nationaler, inter- und supra-nationaler Einrichtungen markiert. Die Ausgleichsvereinbarung ermöglichte eine strukturelle Anpassung und damit eine positive wirtschaftliche Entwicklung.
Die Bundesstadt Bonn hat die Herausforderungen angenommen und weitgehend positiv bewältigt. Ihre hervorragende Lage und Infrastruktur, ihre zentrale Anbindung im europäischen Raum sowie die vielfältigen Fähigkeiten auf den Feldern Bildung und Wissenschaft, Forschung und Technologie, Wirtschaft und Kultur, ebenso wie die vielfach nachgewiesene internationale Kompetenz haben sich als tragfähige Basis der des Strukturwandels gezeigt.

Berlin/Bonn-Gesetz
Das “Gesetz zur Umsetzung des Beschlusses des Deutschen Bundestages vom 20. Juni 1991 zur Vollendung der Einheit Deutschlands (Berlin/Bonn-Gesetz)” datiert vom 26. April 1994. Für Bonns Zukunft sind folgende verbindliche Bestimmungen des Gesetzes wichtig: “Sicherstellung einer dauerhaften und fairen Arbeitsteilung zwischen der Bundeshauptstadt Berlin und der Bundesstadt Bonn” und “Erhaltung und Förderung politischer Funktionen in der Bundesstadt Bonn in folgenden Politikbereichen:
•    Bildung und Wissenschaft, Kultur, Forschung und Technologie, Telekommunikation
•    Umwelt und Gesundheit
•    Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
•    Entwicklungspolitik, nationale und supranationale Einrichtungen
•    Verteidigung”.
Außerdem ist sichergestellt, dass “insgesamt der größte Teil der Arbeitsplätze der Bundesministerien in der Bundesstadt Bonn erhalten bleibt”.

Bundesstadt
Die Bezeichnung Bonns als Bundesstadt bringt nach dem Willen der Gesetzgeber zum Ausdruck, dass Bonn auch weiterhin wichtige politische Aufgaben wahrnehmen und damit zweites politisches Zentrum der Bundesrepublik ist.

Das ist nach Bonn gekommen
Zum Ausgleich für wegfallende Arbeitsplätze sowie zur Stärkung der Politikbereiche in Bonn legte das Gesetz fest, folgende Bundesbehörden und Einrichtungen nach Bonn zu verlagern:

•    Bundeskartellamt
•    Bundesversicherungsamt
•    Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
•    Bundesinstitut für Berufsbildung
•    Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
•    Statistisches Bundesamt (Außenstelle)
•    Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
•    Zentralstelle für Arbeitsvermittlung
•    Bundesrechnungshof
•    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
•    Hauptverwaltung des Bundeseisenbahnvermögens
•    Zentrale des Eisenbahn-Bundesamtes
•    Bundeszentralregister beim Generalbundesanwalt
•    Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
•    Deutscher Entwicklungsdienst (DED)
•    Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
•    Deutsche Gesellschaft für Ernährung
•    Deutsches Institut für Erwachsenenbildung

Ebenfalls neu in Bonn angesiedelt wurden:
•    Zentrale der Deutschen Telekom AG
•    Zentrale der Deutschen Post DHL
•    Zentrale der Deutschen Postbank AG
•    Bundesanstalt für Post und Telekommunikation
•    Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
•    Bundesamt für Justiz
•    Bundesamt für Naturschutz
•    Zentralstelle der Länder für den Gesundheitsschutz bei medizinischen Produkten
•    Bundesinstitut für Sportwissenschaft
•    Nationale Anti-Doping-Agentur
•    Nationales Cyber-Abwehrzentrum
•    Serviceeinrichtung „Engagement Global“
•    Erweitertes WHO-Zentrum für Umwelt und Gesundheit
•    Innovations- und Technologiezentrum (IITC) von IRENA

Das ist in Bonn
Sechs Bundesministerien haben ihren ersten Dienstsitz in Bonn und entsprechend dem Gesetz einen zweiten Dienstsitz in Berlin:
•    Bildung und Forschung
•    Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
•    Gesundheit
•    Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz,
•    Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
•    Verteidigung

Der Bundespräsident nutzt die Villa Hammerschmidt als seinen Bonner Dienstsitz; der Bundesrat, das Bundeskanzleramt, das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung sowie die nach Berlin umgezogenen Bundesministerien haben einen zweiten Dienstsitz am Rhein behalten.


Die Ausgleichsvereinbarung

1,43 Mrd. Euro hat die Region Bonn vom Bund als Ausgleich erhalten, um die Folgen des Umzugs durch Ansiedlung neuer qualifizierter Arbeitsplätze auszugleichen. Die Vereinbarung lief über zehn Jahre, endete also im Jahre 2004.

107 Mio. Euro Soforthilfe für die Region
Um ohne Verzögerung den Strukturwandel der Region beginnen zu können, hatte der Bund als eine Art Vorleistung auf den Ausgleich Mittel zur Verfügung gestellt. Untersuchungen, konzeptionelle Planungen, Erwerb und Erschließung von Gewerbegebieten konnten damit finanziert werden. Außerdem stellte der Bund bebaute und unbebaute Grundstücke mit einem Verkehrswert von 51 Mio. Euro bereit.

820 Mio. Euro für Wissenschaft, Forschung, Technologie, Bildung
Das meiste Geld des Ausgleichs ist in den Ausbau der “Wissenschaftsregion Bonn” geflossen.
Die größten Projekte sind:
•    Das Hochtechnologie-Forschungszentrum CAESAR (Center for Advanced European Studies and Research)
•    Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI)
•    Nord-Süd-Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)
•    Erweiterung des Wissenschaftszentrums Bonn (Ahrstraße), u. a. für DFG und HRK
•    Hochschule Rhein-Sieg (Sankt Augustin und Rheinbach)
•    Fachhochschul-Abteilung/Kreis Ahrweiler (Remagen)
•    LIFE & BRAIN, das Hochleistungszentrum für medizinische Forschung und Entwicklung bei Biomedizin, Hirnforschung und Neurowissenschaften (Venusberg)

CAESAR
Die Stiftung Center for Advanced European Studies and Research (CAESAR) ist das größte Einzelprojekt des Ausgleichs für Bonn. Die Stiftung forscht nach neuer Ausrichtung„unter der Federführung der Max-Planck-Gesellschaft“ auf dem Gebiet der Neurowissenschaften mit modernsten chemischen und mikrotechnologischen Methoden. Dabei werden vor allem Methoden zur Erforschung und Steue¬rung des Gehirns nutzbar gemacht. Schwerpunkte des noch im Aufbau befindlichen Instituts sind die Erforschung von sensorischen Prozessen und die Erforschung der molekularen Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen.

51 Mio. Euro für die Kultur
Bonns Bedeutung als Kulturstadt wurde gestärkt. Unter anderem wurde das „Haus der Kultur“ in Bonn, als Sitz zahlreicher Kulturverbände, eingerichtet, rd. 13 Mio. Euro standen für den Ausbau des LVR Landesmuseums Bonn und rd. 2,3 Mio. Euro standen für das „Digitale Beethoven-Haus“ zur Verfügung. Mit weiteren 7,67 Mio. Euro wurde die Beethoven-Stiftung für Kunst und Kultur der Bundesstadt Bonn gegründet. Andere bedeutende Projekte waren z. B. das Naturschutzmuseum im Siebengebirge (Drachenburg) und das Arp-Museum in Rolandseck.

153 Mio. Euro für die zukunftsorientierte Wirtschaftsstruktur
Der Bund unterstützte den Ausbau der Region Bonn zu einem Standort mit zukunftsorientierter Wirtschaftsstruktur mit 153 Mio. Euro. Dies entsprach einem Wertschöpfungspotential von über 500 Mio. Euro. Beispiele waren Marketingmaßnahmen und die Förderung des Fremdenverkehrs.

256 Mio. Euro für die Verkehrsinfrastruktur/ Flughafenanbindung
Das zentrale Projekt zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur ist der Anschluss des Flughafens Köln/Bonn “Konrad Adenauer” an die ICE-Neubaustrecke Köln-Rhein/Main. Für dieses Vorhaben gibt der Bund 256 Mio. Euro. Für die S-Bahn-Verbindung des Flughafens mit den Städten Bonn und Köln wollen das Land NRW und die Flughafen GmbH weitere 277 Mio. Euro zur Verfügung stellen.


Deutsche UNO-Stadt und Zentrum für internationale Zusammenarbeit

In fast fünf Jahrzehnten als Bundeshauptstadt haben sich Bonn und seine Bürger internationale Kompetenz auf vielen Gebieten erworben. Dies war die beste Voraussetzung für den Ausbau Bonns als Standort für Entwicklungspolitik und die Ansiedlung nationaler, internationaler und supranationaler Einrichtungen, die im Berlin/Bonn-Gesetz festgeschrieben sind.
Viele kleinere und mittlere Organisationen haben sich in den letzten Jahren am Rhein angesiedelt, vom Bonn International Center for Conversion (BICC) über das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bis zum Europazentrum der Waseda-Universität Tokio. Vor allem auf den Gebieten der Entwicklungs- und der Umweltpolitik gilt die Bundesstadt schon heute als ein nationales und internationales Zentrum.

Über 150 nationale, supranationale und nichtstaatliche Organisationen der Bereiche Entwicklung und Umwelt haben ihren Sitz in Bonn und der Region.


UNO-Stadt Bonn

• 1996 zog der damalige UNO-Generalsekretär die blaue UNO-Flagge über Bonn hoch. Bonn nimmt seitdem die gesamtstaatliche Aufgabe als deutsche UNO-Stadt wahr. Heute ist die Zahl der UNO-Organisationen und -Büros in Bonn auf 18 gestiegen, die rund 1000 Mitarbeiter beschäftigen. Die meisten sind im UN Tower, dem früher als „Langer Eugen“ bekannten Abgeordneten-Hochhaus, untergebracht.

World Conference Center Bonn

Bund, Land Nordrhein-Westfalen und Stadt Bonn haben sich zum Ziel gesetzt, die ehemaligen Parlamentsgebäude der Bundesrepublik Deutschland als internationales Kongress- und Veranstaltungszentrum mit Vorrang für die Vereinten Nationen zu nutzen. Kern sind der einstige Plenarsaal des Bundestages und das Wasserwerk, die um einen großen Veranstaltungssaal ergänzt werden.


Vielen Dank an Frau Palm vom Presseamt der Bundesstadt Bonn für diesen Text.


Bestellbutton

Bestellbutton

Bestellbutton